Clubservice
Hilfreiches rund ums Motorradfahren

Motorrad fahren … ein Phänomen, so oder so …? 

Es gibt Leute, die behaupten, Motorrad fahren sei die faszinierendste Sache der Welt. Andere dagegen sagen, daß Motorrad fahren hochgradig gefährlich sei und die Motorradfahrer (rücksichtslos in ihrer Fahrweise, hemmungslos dem Geschwindigkeitsrausch verfallen) wären ohnehin alles Kriminelle! So pauschalisiert prallen unvereinbare Meinungen aufeinander: Hie leidenschaftlicher Enthusiasmus, da intolerante Schwarz-Weiß-Malerei; auf solchem Grund bleibt gegenseitiges Verstehen unmöglich. 

Fachleute und alle, die sich mit betriebsbereitem Gehirn und sportlichem Körper der Faszination Motorrad verschrieben haben, wissen es besser: 

-Motorrad fahren ist von ganz eigenem Reiz, aber auch gefährlich!

-Motorrad fahren hat eigene Gesetze und ist schwieriger zu erlernen als Auto fahren.

-Motorrad fahren setzt Emotionen frei, fordert aber in erhöhtem Maß Charakter & Disziplin

-Der beste Lehrmeister für jeden Motorradfahrer ist die individuelle Erfahrung.

Wir, vom BMW Group Motorrad-Club >riding with friends< fühlen uns mit sportlicher Lust & verantwortungsbewußtem Verstand der gemeinsamen Passion Motorrad fahren verbunden. Selbstverständlich bilden praxisnahe Theorie des Motorradfahrens und praxisgerechter Umgang mit den Bikes gewichtigen Hintergrund für unser Club-Engagement. Deshalb gilt für uns, wann immer wir auf dem Motorrad unterwegs sind, überzeugt & kompromißlos : Allzeit sportlich-faires Fahren und verantwortungsvoll-vernünftiges Verhalten im Straßenverkehr … nur so! 

Die obere Hälfte des Motorrads …

… ja du ! Und du auch. Genau, du bist gemeint. Du, sie, ihr alle, die ihr mit Lust und Leidenschaft auf euren Tourern, Sportlern, Cruisern, auf Enduros, Naked Bikes und Allroundern sitzt, ihr seid gemeint, wenn es um die obere Hälfte des Motorrads geht. Daß alle Motorradbegeisterten mit ihrer >unteren Hälfte< besten vertraut sind, kann wohl vorausgesetzt werden. Sicher ist nicht jeder ein routinierter >Schrauber<, der mit fachkundigem Fehlersuchblick sein Bike inspiziert und anschließend in der Lage ist, mit chirurgischer Präzision den hochtechnisierten Patienten erfolgreich zu operieren. Aber vor dem Motorradkauf, für die meisten gleichbedeutend mit Erfüllung eines stark besetzten Wunsches, stehen neben individuellem Fahrvergnügen, Markentreue und Imagepflege viele technisch begründete Fragen, die intensive Auseinandersetzung mit dem - und sachliche Information zum Motorrad verlangen. Schon da lernt >Oben< sein künftiges >Unten< näher und detailreich kennen. Die erste Probefahrt besorgt den Rest. Denn fortan spielt >Unten< im Leben wie im Vergnügen des Besitzers eine gewichtige Rolle und dessen zunehmende Sensibilisierung auf das technische Meisterwerk ist vorhersehbare Bestimmung. Motorradfahrer eben ! Umgekehrt funktioniert es nicht so automatisch, da setzt das überaus empfehlenswerte Buch (fast eine Fibel für Motorradfahrer zu nennen) >Die obere Hälfte des Motorrads … < ein und macht jeden Biker etwas schlauer. Selbst jene, die vermeintlich schon >alles Motorrad< wissen, werden sich nach dieser Lektüre >Oben< verändert sehen. 

Der Autor Bernt Spiegel (Psychologe, Markt- und Verhaltensforscher, Spezialist fürs Motorradfahren) holt in seinem Buch weit - aber immer motorradzentriert - aus. Bestimmt nicht zu unrecht, denn wenn er Motorradfahren als besonders hoch entwickelte Form des Werkzeuggebrauchs darstellt, dann kann ihm keiner widersprechen. Der Blick auf menschliche Entwick-lungsschritte, von den Australopithecinen bis zum Homo sapiens, vom Faustkeil bis zum Bike, lohnt allemal, denn in grundloser Überheblichkeit vergessen wir heutigen >Motorradfahrer im Anthropozän< nur zu gerne, wieviel Uraltvorderes noch in uns steckt und wirkt. Das kompetente Motorrad-Buch (ein Wunder, daß Motorradfahren überhaupt geht !) beschreibt Motorradfahren >als eine Handhabung (in routinierter/virtuoser Form), die hart an der Grenze dessen liegt, was uns Menschen eben gerade noch möglich ist<. Und das, liebe Freunde, geht uns alle an. Realistische Selbstwahrnehmung ist für jeden vernünftigen Biker oberstes Gebot. 

Bernt Spiegel, „Die obere Hälfte des Motorrads“; ISBN 978-3-613-03386-3; 7. Aufl. 2012